Gedanken für meine Prinzessin
Taufe 04.12.2005
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Schutzengel
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Wir in Gottes Hand.
Kinder werden nicht gefragt
Wie gut, dass es Oma und Opa gibt!
Wir bauen eine Brücke
10 Gebote
Glaube, noch Zeitgemäß?
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Enkel - Großmutter
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Wie können Eltern die Konzentrationsfähigkeit ihre
Wie können Eltern ihren Kindern beim Spracherwerb
Sprache lernen
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Was Kinder über Streit und Konfliktlösungen denken
Nur ein Kinderspiel? - oder: Wie Spielen bildet
Vertrautheit fördert und erleichtert den sozialen
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Kreativität der Kinder
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Kindergedichte
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Abends ein altes Märchen vorlesen - warum nicht:
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Bommel Brummbär und sein Freund Ferdy
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Frosch Frederiks Geburtstag!
Kinderfragen

Großes Drama im kleinen Körper

Bestürzt und geschockt sind die meisten Eltern, wenn sie zum ersten Mal hören, dass ihr Kind Diabetes Typ 1 hat. Doch heute ist das kein Grund zur Panik mehr. Betroffene Kinder können ein fast normales Leben führen

"Zuckerkranke Kinder dürfen tollen und toben wie andere Kinder auch"

Ihr Kind hat immer Durst, muss oft auf die Toilette, ist schlapp oder nimmt an Gewicht ab? Das können Anzeichen für Diabetes Typ 1 sein. Bei dieser Stoffwechselerkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin. Dabei ist das Hormon lebenswichtig: Es hilft dem Körper, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu bringen - nur so können wir überleben. Fehlt das Hormon, sammelt sich der Zucker im Blut. Ist der Blutzuckerspiegel zu hoch, können Nerven absterben.

Schuld am Versagen der Bauchspeicheldrüse ist das Immunsystem. Es stuft die Insulin produzierenden Zellen der Drüse plötzlich als gefährliche Fremdlinge ein. Und gegen Schädlinge geht das körpereigene Abwehrsystem mit Gewalt vor: Kleine Helfer des Immunsystems bekämpfen die Zellen so lange, bis sie fast vollständig zerstört sind.
In Deutschland spielt sich dieses innere Drama bei fast 25.000 Kindern und Jugendlichen ab. Und jedes Jahr steigt diese Zahl. Inzwischen ist Diabetes Typ 1 eine häufige chronische Krankheit im Kindes- und Jugendalter.

Viren und Gene sind die Schuldigen

Wahrscheinlich gibt es zwei Auslöser für diese plötzliche Verwirrung des Immunsystems. Wissenschaftler vermuten seit Längerem, dass eine Infektion mit Masern-, Mumps- oder Rötelnviren die Körperabwehr in die Irre leiten kann. Aber auch die Gene spielen eine gewisse Rolle: Bei 10 bis 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren mit einem Diabetes Typ 1 sind Vater oder Mutter ebenfalls zuckerkrank.
Wenn der Körper kein eigenes Insulin mehr produziert, muss der Stoff gespritzt werden. Denn nur so kann der Zuckergehalt im Blut sinken. Und nur Insulin kann den Körperzellen jenen Treibstoff liefern, den sie zum Überleben brauchen: den Zucker. Sonst droht Ihr Kind schwer krank zu werden, schlimmstenfalls gleitet es ins Koma.

Ihr Kind braucht Insulin - und Unterstützung

Um das zu vermeiden, benötigt Ihr Kind fremdes Insulin. Von nun an wird es ein Leben mit der Spritze führen. Gerade kleine Kinder verstehen das oft nur sehr schwer. Sie brauchen viel Hilfe und Unterstützung, weil sie lernen müssen, sich selbst zu behandeln. Das erfordert viel Disziplin.
Denn der Zuckerpegel im Blut darf nicht über bestimmte Grenzen steigen. Sonst leidet der ganze Körper darunter: Der Zucker greift mit der Zeit Adern, Nerven, Augen und Nieren an. Im schlimmsten Fall drohen später Herzinfarkt, Blindheit, Amputationen oder der tägliche Gang zur Dialyse.
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Symptome:
Diabetes tut nicht weh. Nahezu unbemerkt fängt das Immunsystem an, die Bauchspeicheldrüse zu attackieren. Doch irgendwann zeigen sich plötzlich die ersten Anzeichen des Schadens: Das Kind hat ständig Durst und muss immer wieder zur Toilette. Denn der Überschuss an Zucker im Blut entzieht dem Körper Wasser - je süßer das Blut, umso mehr Urin scheiden die Nieren aus.
Die Zellen im Körper, vor allem die Muskeln, gieren dagegen nach dem energiereichen Treibstoff. Doch ohne Insulin können sie den Zucker nicht nutzen. Den Energiemangel merken Sie den Kindern schnell an: Die Kleinen werden müde, schlapp und lustlos. Selbst für ihre Lieblingsaktivitäten wie Ballett, Fußballspielen oder die Gymnastikgruppe bleibt immer weniger Kraft.

Riecht der Atem nach Nagellack, fehlt dem Körper Insulin

Möglicherweise nimmt Ihr Kind ohne erkennbaren Grund ab: Seine Muskeln versuchen dann auf anderem Weg, an Energie zu kommen. Die ziehen sie aus den Fettreserven. Wandelt der Körper Fett in Energie um, entsteht ein saures Abbauprodukt, das Aceton. Es übersäuert das Blut und wird vom Körper über Urin und Atemluft ausgeschieden. Der Atem Ihres Kindes riecht dann nach fauligem Obst oder Nagellack.
Je nachdem, wann Sie die typischen Probleme erkennen, hat das Kind mehr oder weniger dieser Beschwerden. Wird der Diabetes allerdings zu spät festgestellt, gleitet das Kind im schlimmsten Fall in ein Koma.


Diagnose:

Ob Ihr Kind Diabetes Typ 1 hat, kann der Arzt mithilfe eines Blutzuckertests ermitteln. Dazu piekst er mit einer Nadel in die Fingerkuppe oder das Ohrläppchen, um einen Tropfen Blut zu bekommen. Den tupft er auf ein Stäbchen und schiebt es in ein elektronisches Messgerät. Sekunden später steht das Ergebnis fest. Es gibt verschiedene Grenzwerte, die der Zuckergehalt im Blut nicht überschreiten sollte. Welcher Wert gilt, hängt davon ab, ob Ihrem Kind nüchtern Blut abgenommen wird oder ob es schon etwas gegessen hat.

Ihr Kind leidet wahrscheinlich an Diabetes, wenn der Wert zu einem beliebigen Zeitpunkt über 11 Millimol pro Liter (200 Milligramm pro Deziliter) liegt.

die Blutglukose vor dem Frühstück, also nüchtern, einen Wert von 7 Millimol pro Liter (126 Milligramm pro Deziliter übersteigt.

der HbA1c-Wert 48 Millimol pro Liter (6,5 Prozent) erreicht oder überschreitet.

Sind Sie selbst oder andere Familienmitglieder zuckerkrank, kann der Arzt bei Ihrem Kind einen speziellen Test machen. Damit findet er heraus, ob Ihr Kind in den nächsten Jahren auch Diabetes bekommen wird. Denn das Immunsystem eines Menschen mit Diabetes Typ 1 produziert einen typischen körpereigenen Abwehrstoffe, einen Antikörper namens GAD-II-AK.
Der zeigt, dass die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angegriffen werden. Antikörper schwimmen schon Jahre zuvor im Blut herum, ohne dass Ihr Kind etwas von der Krankheit bemerkt.


Therapie:

Die Körperzellen brauchen den Zucker, im Blut sollen keine rauen Mengen davon zirkulieren. Daher heißt das Therapieziel: runter mit dem Blutzuckerspiegel! Weil der Körper Ihres Kindes kein Insulin mehr produziert, muss es sich Tag für Tag fremdes Hormon spritzen, in das Fettgewebe am Bauch oder am Oberschenkel. Liegen die Blutzuckerwerte Ihres Kindes immer im grünen Bereich, müssen Sie sich keine Sorgen über ein Koma oder Folgeerkrankungen machen.
Am besten, Sie kontrollieren den Blutzuckerwert Ihres Kindes regelmäßig, und zwar vor jeder Insulingabe, bevor es zum Sport geht, wenn es sich unwohl fühlt, fahrig oder besonders unruhig ist und bevor es ins Bett geht.
Ihr Kind kann - wie Erwachsene auch - zwischen drei verschiedenen Möglichkeiten wählen, das Insulin in den Körper zu bringen:

zweimal am Tag Insulin spritzen, aber nicht zwischendurch naschen,

fünfmal täglich spritzen, dann ist Naschen zwischendurch erlaubt -
aber es muss zusätzlich Insulin spritzen,

gar nicht spritzen, sondern eine Insulinpumpe tragen.

Bei der herkömmlichen Therapie muss sich Ihr Kind jeden Tag vor dem Frühstück und vor dem Abendbrot Insulin spritzen. Die festen Injektionszeiten bedeuten, dass Ihr Kind regelmäßig festgelegte Mengen essen muss.
Die meisten Zuckerkranken wählen deshalb die so genannte intensivierte Therapie, bei der sie täglich vier bis fünf Mal Insulin spritzen. So können sie spontan essen oder Sport treiben. Morgens und spätabends bekommen sie ein Insulin, das lange wirkt. Das deckt den Grundbedarf. Vor den Hauptmahlzeiten injizieren sie sich kurz wirksames Insulin, damit der Blutzuckerwert nach dem Essen nicht zu sehr ansteigt. Fachleute empfehlen diese Art der Therapie, weil sie die jeweiligen Lebensgewohnheiten berücksichtigt.
Die Insulinpumpe, vor einigen Jahren noch nicht sehr verbreitet, wird inzwischen immer häufig eingesetzt. Dieses kleine Gerät ist mit einem Schlauch und einer Kanüle mit dem Körper fest verbunden. Mehrere hundert Mal am Tag und in der Nacht gibt es kleine Insulinmengen ab. So wird das Insulin ersetzt, welches der Körper auch ohne Mahlzeit benötigt. Zu Beginn der Behandlung schreibt der Arzt genau auf, wie viel Insulin die Pumpe pro Stunde abgeben soll. Für eine Mahlzeit muss per Tastendruck dann die richtige Menge Insulin gewählt werden.
Allerdings ist so ein Gerät sehr teuer. Es ist nicht ganz leicht zu bedienen, misst auch nicht den Blutzucker und wird nur in bestimmten Fällen von den Kassen bezahlt.

Wächst das Kind, verändert sich die Krankheit

Schwankungen des Blutzuckergehalts sind bei Kindern absolut normal. Wichtig ist allerdings, dass Sie und Ihr Kind dieses Auf und Ab bemerken und die Behandlung darauf einstellen. Das bedeutet: regelmäßig messen! Und: regelmäßig zum Arzt! Er sollte dann mit Hilfe des HbA1c-Werts, also des Langzeitwertes, feststellen, ob die Behandlung in den vergangenen Monaten richtig war.
Gerade in den ersten Jahren wird der Diabetologe die Therapie immer wieder verändern. Denn die Kinder machen mit der Krankheit mehrere Phasen durch. Diese Phasen werden bestimmt durch das Alter und davon, wie gut die Bauchspeicheldrüse noch funktioniert.
Erholungsphase: Einige Zeit nach Beginn der ersten Behandlung braucht das Kind wesentlich weniger Insulin, um den Blutzuckerwert zu senken. Ein paar Wochen später braucht es noch weniger. Diese Phase kann nur einige Wochen, aber auch Monate dauern.

Dauerphase: Irgendwann steigt der Insulinbedarf des Kindes wieder an. Das ist der Zeitpunkt, an dem die eigene Insulinproduktion vollkommen zusammengebrochen ist.
Pubertätsphase: Während der Pubertät fahren nicht nur die Hormone Achterbahn. Auch der Stoffwechsel kommt häufig durcheinander. Der Insulinbedarf steigt wieder. Diese Phase ist sehr schwierig: Viele Jugendliche ignorieren in diesem Alter ihre Krankheit und vernachlässigen die Behandlung.
Junges Erwachsenenalter: Nach der Pubertät beruhigt sich der Stoffwechsel wieder. Der Insulinbedarf geht zurück, Ihre Tochter oder Ihr Sohn muss nun weniger Insulin spritzen - sonst droht ziemliches Übergewicht.
Junges Erwachsenenalter: Nach der Pubertät beruhigt sich der Stoffwechsel wieder. Der Insulinbedarf geht zurück, Ihre Tochter oder Ihr Sohn muss nun weniger Insulin spritzen - sonst droht ziemliches Übergewicht.



Tipps

Ist Ihr Kind krank, sollten Sie seinen Blutzuckerwert häufiger messen als sonst. Denn hohes Fieber bedeutet für den Körper Stress. Und der steigert auch den Zuckergehalt im Blut. Außerdem sollte Ihr Kind dann besonders viel trinken, weil der süße Stoff im Blut dem Körper Wasser entzieht.
Auch seelischer Stress kann den Zuckerstoffwechsel Ihres Kindes beeinflussen: Eine Klassenarbeit, Streit mit Freunden oder eine große Freude lassen die Zuckerkonzentration im Blut fix nach oben schnellen. Besonders in der Pubertät, wenn Hormone und Gefühle verrückt spielen, schwankt der Blutzuckerpegel heftig.
Erzählen Sie Kindergärtnern und Lehrern von der Krankheit Ihres Kindes. Die Betreuer müssen beispielsweise wissen, dass Ihr Kind bei einer drohenden Unterzuckerung im Unterricht etwas essen oder trinken muss. In Schule und Kindergarten sollte auch immer Traubenzucker oder gezuckerter Saft bereit liegen. Wenn Ihr Kind aber nicht mehr richtig schlucken kann, hilft das Notfallbesteck mit Glukagon gegen die Unterzuckerung.

Achten Sie selbst auf Anzeichen der Unterzuckerung und erklären Sie auch Ihrem Kind, wie es eine solche Notsituation erkennen kann: Ihm wird schwindelig, die Knie sind weich, es schwitzt. Eine Unterzuckerung kann sich schnell einstellen, wenn Ihr Kind beim Sport zuviel Zucker verbrennt oder wenn das Spiel besonders aufregend ist.

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es sich alleine mit dem Pen spritzen kann - für Sechsjährige etwa dürfte das kein Problem sein. Ist Ihr Kind schon ein wenig älter, kann es auch die Insulindosis den Pen auch alleine einstellen. Das Insulin sollte nicht immer genau in dieselben Stellen in Bauch oder Oberschenkel gespritzt werden. Gut ist ein etwa Daumen breiter Abstand zur letzten Einstichstelle. Sonst bilden sich dort Beulen und harte Stellen.
Manche Kinder mit Diabetes Typ 1 sind sehr unglücklich mit ihrer Krankheit und werden regelrecht depressiv. Warten Sie als Eltern nicht zu lange ab, sondern holen Sie für Ihr Kind Hilfe bei einem Psychologen.


Darf unser vierjähriger Sohn trotz Typ-1-Diabetes Süßigkeiten essen?

Auch Kinder mit Diabetes dürfen Süßigkeiten essen. Sie sollten aber darauf achten, wie sie Süßes in die Ernährung einbauen. Es gibt ein paar Süßigkeiten, wie Gummibärchen oder Bonbons, die schwierig sind, weil sie den Blutzuckerwert sehr schnell ansteigen lassen. Die sollten Eltern ihren Kindern nur geben, wenn der Blutzucker eher niedrig ist. Schokolade und Kekse sind dagegen unproblematisch. Jedoch sollten Kinder mit Diabetes nicht mehr Süßes essen, als ohnehin für eine gesunde Ernährung empfohlen wird. Wir raten Eltern, einmal am Tag eine Mahlzeit mit Süßigkeiten einzubauen. Das können einige Stückchen Schokolade sein oder ein paar Kekse.

Der Arzt hat bei unserer Tochter Diabetes Typ 1 festgestellt. Kann sie damit weiter in den Kindergarten gehen?

Ja, aber manche Kindergärten wollen keine chronisch kranken Kinder betreuen und verweisen die Eltern auf integrative Einrichtungen. Wenn es irgendwie möglich ist, sollten Sie aber einen Wechsel des Kindergartens vermeiden, damit Ihr Kind nicht aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen wird. Viele Diabetesteams beraten Eltern und Kindergärtnerinnen vor Ort, um Ängste vor dem Diabetes zu nehmen und praktische Tipps zu geben.

Wie kann die Familie ein Kind mit Diabetes Typ 1 unterstützen?

Sie sollte das Kind normal behandeln und ihm keine Sonderrolle zuweisen. Wichtig ist aber auch, dass die Eltern die Geschwister nicht vernachlässigen. Das passiert oft, wenn ein Kind in der Familie chronisch krank ist.

Ab welchem Alter ist eine Diabetes-Schulung sinnvoll?

Eine Schulung ergibt Sinn, sobald ein Kind etwas selbst machen will, wie zum Beispiel das Pieksen beim Blutzuckermessen. In welchem Alter die Kinder das machen, hängt von der individuellen Entwicklung ab. Manche Mädchen und Jungen spritzen sich schon mit sechs Jahren selbst Insulin, andere beginnen damit erst, wenn sie neun oder zehn Jahre alt sind. Es gibt Einrichtungen, die darauf spezialisiert sind, Vorschulkinder zu schulen. Ansonsten sollte ein Kind zur Einschulung ein paar Dinge wissen, etwa, was es bei Unterzuckung tun muss. Wir beginnen ab der 1. und 2. Klasse mit den ersten Schulungen. Wenn die Kinder älter werden, kommen dann Themen hinzu wie Folgeerkrankungen durch Diabetes oder mögliche Probleme in der Partnerschaft.


Forschung

Manche Menschen, die Diabetes vom Typ 1 haben, können auch kein Gluten vertragen, das Kleber-Eiweiß in Getreide. Schuld daran sind in beiden Fällen bestimmte Gene, fanden Wissenschaftlerinnen der britischen Universität von Cambridge heraus.
Deborah Smyth und ihr Team werteten Daten von rund 8000 Menschen mit Diabetes Typ 1 aus sowie die Daten von etwa 2500 Personen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Bei der Analyse fielen ihnen 21 Risikogene für Diabetes Typ 1 und elf für Zöliakie auf. Sieben Erbgutschnipsel, stellte Smyth fest, spielen bei beiden Krankheiten eine Rolle.
Das erklärt, warum einige Kinder und Erwachsene mit Diabetes Typ 1 bestimmte Getreidesorten nicht vertragen: Sie enthalten Gluten. Von allen zuckerkranken Kindern leiden etwa zehn Prozent unter Zöliakie. Womöglich, spekulieren die Forscherinnen, gäbe es auch Wechselwirkungen zwischen den sieben Genen und bestimmten Lebensmitteln, die sowohl Diabetes Typ 1 als auch Zöliakie auslösen könnten.



Diabetes mellitus Typ 1

Meine kleine Prinzessin hat Diabetes mellitus Typ 1.


Beschreibung

Diabetes mellitus Typ 1
ist ein Überbegriff für verschiedene Stoffwechselkrankheiten. Allen gemeinsam ist, dass sie zu erhöhten Blutzuckerwerten führen.

Die Zuckerkrankheit ist häufig. Besonders mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes mellitus zu erkranken. So sind zum Beispiel ein bis zwei Prozent der unter 50-Jährigen von Diabetes betroffen. Im Vergleich dazu sind schon 20 Prozent der über 70-Jährigen Diabetiker. Insgesamt nimmt weltweit die Häufigkeit von Diabetes mellitus (Typ 2) zu.

Typ-1-Diabetes ist die seltenere Diabetes-Form. Von allen Diabetikern ist etwa jeder zwanzigste ein Typ-1-Diabetiker. Dagegen liegt der Anteil von Typ-2-Diabetes bei etwa 90 Prozent. Bei jungen Menschen sind die Verhältnisse jedoch umgekehrt: Typ-1-Diabetes ist die häufigste Diabetes-Form bei den unter 25-Jährigen.

Typ-1-Diabetes wird durch den absoluten Mangel am Hormon Insulin verursacht. Dieser Diabetes-Typ heißt deshalb auch insulinabhängiger Diabetes mellitus. Meistens beginnt die Erkrankung schon im Kindes- und Jugendalter, aber auch im fortgeschrittenen Alter kann sich ein Typ-1-Diabetes entwickeln.

Diabetes mellitus Typ 1 ist derzeit noch nicht heilbar, lässt sich aber gut mit Insulin behandeln. Allerdings müssen die Typ-1-Diabetiker in Kauf nehmen, dass sie sich lebenslang Insulin spritzen müssen. Für jeden Diabetiker ist es wichtig, seinen Blutzucker optimal einzustellen. Nicht nur, um akute Entgleisungen des Stoffwechsels wie eine Unterzuckerung zu verhindern, sondern auch um diabetische Folgeerkrankungen wie Augenkrankheiten (Diabetische Retinopathie), Nervenschädigung (Diabetische Polyneuropathie), Nierenkrankheiten (Diabetische Nephropathie) und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) zu vermeiden oder hinauszuzögern.

ist ein Überbegriff für verschiedene Stoffwechselkrankheiten. Allen gemeinsam ist, dass sie zu erhöhten Blutzuckerwerten führen.

Die Zuckerkrankheit ist häufig. Besonders mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes mellitus zu erkranken. So sind zum Beispiel ein bis zwei Prozent der unter 50-Jährigen von Diabetes betroffen. Im Vergleich dazu sind schon 20 Prozent der über 70-Jährigen Diabetiker. Insgesamt nimmt weltweit die Häufigkeit von Diabetes mellitus (Typ 2) zu.

Typ-1-Diabetes ist die seltenere Diabetes-Form. Von allen Diabetikern ist etwa jeder zwanzigste ein Typ-1-Diabetiker. Dagegen liegt der Anteil von Typ-2-Diabetes bei etwa 90 Prozent. Bei jungen Menschen sind die Verhältnisse jedoch umgekehrt: Typ-1-Diabetes ist die häufigste Diabetes-Form bei den unter 25-Jährigen.

Typ-1-Diabetes wird durch den absoluten Mangel am Hormon Insulin verursacht. Dieser Diabetes-Typ heißt deshalb auch insulinabhängiger Diabetes mellitus. Meistens beginnt die Erkrankung schon im Kindes- und Jugendalter, aber auch im fortgeschrittenen Alter kann sich ein Typ-1-Diabetes entwickeln.

Diabetes mellitus Typ 1 ist derzeit noch nicht heilbar, lässt sich aber gut mit Insulin behandeln. Allerdings müssen die Typ-1-Diabetiker in Kauf nehmen, dass sie sich lebenslang Insulin spritzen müssen. Für jeden Diabetiker ist es wichtig, seinen Blutzucker optimal einzustellen. Nicht nur, um akute Entgleisungen des Stoffwechsels wie eine Unterzuckerung zu verhindern, sondern auch um diabetische Folgeerkrankungen wie Augenkrankheiten (Diabetische Retinopathie), Nervenschädigung (Diabetische Polyneuropathie), Nierenkrankheiten (Diabetische Nephropathie) und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) zu vermeiden oder hinauszuzögern.













Was sagen Insulin- und C-Peptid-Werte aus?

Diagnose
Insulin C-Peptid Proinsulin Nachweis von Sulfonylharnstoff Insulinomnormal bis erhöhtnormal bis erhöhtnegativHypoglycaemia factitia durch von aussen zugeführtes Insulinstark erhöhtverringertnegativHypoglycaemia factitia durch Sulfonylharnstoffeerhöhterhöhtpositiv

Ein Mangel an Insulin hat einen chronisch zu hohen Blutzuckerspiegel zur Folge - Mediziner sprechen von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Es gibt verschiedene Formn von Diabetes, die häufigsten sind Typ 1 und Typ 2. Vereinfacht kann man sagen: Typ-1-Diabetiker haben einen absoluten Mangel an Insulin, das heißt ihre Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr. Sie müssen dem Körper Insulin zuführen.

Typ-2-Diabetiker leiden unter einem relativen Insulinmangel. Sie produzieren zwar noch Insulin, aber die Zellen reagieren nicht mehr gut auf das Hormon. Als Reaktion darauf schüttet der Körper immer mehr davon aus (Hyperinsulinämie), was die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse mit der Zeit erschöpft.



Diabetes mellitus Typ 1 - Ursachen

Körpereigene Abwehrstoffe

Alle Körperzellen benötigen das Hormon Insulin, um Zucker (Glukose) aus der Blutbahn aufnehmen zu können. In der Zelle wird Zucker zur Gewinnung von Energie "verbrannt". Typ-1-Diabetes gehört zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen: Körpereigene Abwehrstoffe (Antikörper) zerstören die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Die Entzündung und Zerstörung der Zellen schreitet über viele Jahre voran. Bei manchen Menschen lassen sich schon Jahre vor dem Ausbruch des Diabetes mellitus Antikörper gegen die Zellen der Bauchspeicheldrüse nachweisen.

Mehrere Ursachen des Diabetes Typ 1 diskutiert

Die Ursachen für die Fehlsteuerung des Immunsystems bei Typ-1-Diabetes sind noch weitgehend unbekannt. Forscher vermuten aber, dass manche Bakterien oder Viren den Bauchspeicheldrüsenzellen so ähneln, dass der Körper nicht nur die Erreger unschädlich macht, sondern auch die eigenen Zellen angreift.
Auch Erbfaktoren beeinflussen das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 1 zu erkranken. Dafür sprechen sowohl genetische Veränderungen als auch das gehäufte Auftreten von Typ-1-Diabetes in Familien. Erbfaktoren spielen ebenfalls bei Typ-2-Diabetikern eine Rolle.

Des Weiteren scheinen Umweltfaktoren, beispielsweise die Ernährungsgewohnheiten, die Entstehung eines Typ-1-Diabetes zu beeinflussen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Stillen das Krankheitsrisiko senkt, während eine frühkindliche Ernährung bis zum ersten Lebensjahr mit Kuhmilchprodukten das Auftreten von Typ-1-Diabetes begünstigt. Die Zusammenhänge dieser Beobachtung sind allerdings noch nicht hinreichend geklärt.

Sonderform LADA

LADA-Diabetes (Latent Autoimmune Diabetes of Adults) ist eine Form des Diabetes mellitus, die vor allem bei Personen über 25 Jahren auftritt. Sie wird dem Typ-1-Diabetes zugeordnet. LADA lässt sich oft mehrere Monate bis hin zu Jahren mit einer Diät oder Tabletten behandeln, bevor die Gabe von Insulin zwingend erforderlich wird. Genau wie bei Typ-1-Diabetikern sind im Blut Antikörper nachweisbar, welche die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreifen und zerstören. In Studien wird erforscht, ob eine frühzeitige Insulinbehandlung bei LADA-Diabetes Vorteile bringt.

Diabetes mellitus Typ 1 - Symptome

Bei Typ-1-Diabetikern sind die Symptome viel stärker ausgeprägt als bei Typ-2-Diabetikern und sie entwickeln sich relativ schnell innerhalb von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Die Krankheit lässt sich anhand folgender Beschwerden erkennen:Häufiges Wasserlassen (Polyurie): Bei einer erhöhten Zuckerkonzentration im Blut gelangt Zucker in den Harn. Um die Konzentrationsunterschiede auszugleichen, gelangt auch mehr Wasser in den Urin. Damit verliert der Körper zusätzlich größere Wassermengen Ungewollter Gewichtsverlust (Wasserverlust und Fettabbau zur Energiegewinnung) Schwächegefühl und Leistungsminderung Sehr starker Durst durch den WasserverlustEin Teil der Typ-1-Diabetiker zeigt überhaupt keine Symptome. In diesen Fällen führt erst die Entwicklung einer lebensgefährlichen Komplikation - die Diabetische Ketoazidose - zur Diagnose des Diabetes mellitus Typ 1.

Was ist Insulin und was ist das C-Peptid?

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in einer Vorläuferversion (Proinsulin) hergestellt wird. Diese Vorstufe wird zu gleichen Teilen in das aktive Hormon Insulin sowie das C-Peptid gespalten.

Insulin ist wichtig für die Regulierung der Blutzuckermenge - es ist das einzige Hormon im Körper, das den Glukosespiegel senken kann. Sein Gegenspieler ist Glukagon, ebenfalls ein Hormon der Bauchspeicheldrüse. Es lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen.

Kurz nach der Nahrungsaufnahme steigt der Blutzuckerspiegel an, weil die Glukose aus der Nahrung in das Blut übergeht. Dies ist der wichtigste Stimulus für die Insulinausschüttung: Insulin bewirkt, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Gleichzeitig beeinflusst Insulin auf vielfältige Weise die Weiterverarbeitung der Glukose in den Zellen sowie den Fett- und Proteinstoffwechsel.

Wann werden Insulin und C-Peptid bestimmt?

C-Peptid und Insulin befinden sich in gleichen Mengen im Körper. Insulin wird allerdings rasch von der Leber aufgenommen. Etwa 5 Minuten nach seiner Ausschüttung ist nur noch etwa die Hälfte des Insulins im Blut. C-Peptid und Proinsulin sind dagegen viel länger im Blut nachweisbar. Deshalb können diese Werte besser herangezogen werden, um die körpereigene Insulinproduktion zu beurteilen.

Insulin alleine wird selten bestimmt, zum Beispiel wenn der Arzt den Verdacht auf einen bestimmten Tumor in der Bauchspeicheldrüse hat (Insulinom). Insulin lässt der Arzt auch bestimmen, wenn er vermutet, dass der Patient missbräuchlich Insulin oder Sulfonylharnstoffe verwendet. Dieses Verhalten heißt Hypoglycaemia factitia.

Insulin, C-Peptid und Proinuslin kann der Arzt nur in Verbindung mit der korrespondierenden Blutzuckerkonzentration beurteilen (also ist bei einer bestimmten Blutglukosemenge auch ausreichend Insulin vorhanden).

Woraus werden Insulin und C-Peptid bestimmt?



Beide Parameter werden im Blutserum nachgewiesen. Der Patient muss nüchtern zur Blutprobe kommen, das heißt er darf zehn bis zwölf Stunden vorher nichts essen.



NORMALWERTE

Insulin: 20-120 pmol/l = 0,13-0,7 ng/ml = 3-17 mU/l

C-Peptid: 230-1000 pmol/l = 0,7-3 ng/ml

Proinsulin: < 8 pmol/l

Die unterschiedlichen Normwerte von Insulin und C-Peptid resultieren aus der erwähnten deutlich längeren Halbwertszeit des C-Peptids.

Die unterschiedlichen Normwerte von Insulin und C-Peptid resultieren aus der erwähnten deutlich längeren Halbwertszeit des C-Peptids.

Was sagen Insulin- und C-Peptid-Werte aus?


Diagnose: Insulin - C-Peptid Proinsulin - Nachweis von Sulfonylharnstoff

Insulinom: Normal - Normal bis erhöht - Negativ
bis erhöht
Hypoglycaemia factitia durch
von aussen zugeführtes Insulin: stark erhöht- verringert - Positiv

factitia durch
Sulfonyharnstoffe: erhöht - erhöht - Positiv

Ein Mangel an Insulin hat einen chronisch zu hohen Blutzuckerspiegel zur Folge - Mediziner sprechen von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Es gibt verschiedene Formn von Diabetes, die häufigsten sind Typ 1 und Typ 2. Vereinfacht kann man sagen: Typ-1-Diabetiker haben einen absoluten Mangel an Insulin, das heißt ihre Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr. Sie müssen dem Körper Insulin zuführen.

Typ-2-Diabetiker leiden unter einem relativen Insulinmangel. Sie produzieren zwar noch Insulin, aber die Zellen reagieren nicht mehr gut auf das Hormon. Als Reaktion darauf schüttet der Körper immer mehr davon aus (Hyperinsulinämie), was die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse mit der Zeit erschöpft.

Diabetes mellitus Typ 1 - Diagnose



Blutzucker-Messung

Bestätigen lässt sich die Diagnose Diabetes mellitus Typ 1 durch die Messung des Blutzuckers. Der Nüchtern-Blutzuckerwert liegt normalerweise unter 100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) und steigt nach dem Essen (postprandial) auf maximal 140 mg/dl an.

Für einen Diabetes mellitus sprechen:
Die klassischen Symptome und ein Gelegenheits-Blutzuckerwert von über 200 mg/dl

Die wiederholte Bestätigung des Gelegenheits-Blutzuckerwerts von über 200 mg/dl

Ein Nüchtern-Blutzuckerwert von über 126 mg/dl, oder ein oGTT-2-h-Wert (oraler Glukose-Toleranztest, Zucker-Belastungstest) von über 200 mg/dl

Der Grenzwert wird bei Typ-1-Diabetes häufig so deutlich überschritten, dass eine Blutuntersuchung zur Krankheitsdiagnose meist ausreichend ist.

Antikörper bestimmen

Die Diagnose "Typ-1-Diabetes" lässt sich durch die Bestimmung von Abwehrzellen (Antikörper) gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse absichern. In 90 Prozent der Fälle sind diese Antikörper im Blut nachweisbar. Bei Typ-1-Diabetikern finden sie sich oft schon Jahre vor dem Ausbruch der Krankheit. Dann ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, innerhalb der nächsten fünf Jahre an Typ-1-Diabetes zu erkranken.

Augenhintergrund, Nieren- und Blutfettwerte, Nerven, Urin, Blutdruck und Füße kontrolliert. So lassen sich eventuelle Diabetes-Folgekrankheiten frühzeitig erkennen und behandeln.

Diabetes mellitus Typ 1 - Therapie



Behandlungsziel bei Diabetes Typ 1

Diabetes mellitus Typ 1 lässt sich nicht heilen. Mit einer konsequenten Behandlung ist es aber möglich:

Die Lebenserwartung und die Lebensqualität zu verbessern

Akute Komplikationen wie Ketoazidose oder Unterzucker zu vermeiden

Diabetes-Folgeerkrankungen wie Augenkrankheiten (Diabetische Retinopathie), Nervenschädigung (Polyneuropathie), Nierenkrankheiten und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) zu vermeiden

Der HbA1c-Wert dient als grober, aber wichtiger Indikator für die durchschnittliche Blutzuckerlage. Die Zielwerte werden individuell festgelegt. Entscheidend ist beispielsweise, ob der Diabetes bereits Schäden an den größeren Blutgefäßen (Makroangiopathie) oder den Nieren (diabetische Nephropathie) verursacht hat. Bei älteren Diabetikern richtet sich der angestrebte HbA1c-Wert unter anderem nach dem Wohlbefinden, Alter, der Lebenserwartung und den primären Therapiezielen des Patienten. Im Allgemeinen gelten folgende Zielbereiche:

HbA1c-Zielbereich
allgemein: 6,5 - 7,5 % (48-58 mmol/mol)

bei vorgeschädigten Blutgefäßen: 7,0 - 7,5 % (53-58 mmol/mol)

bei diabetischer Nephropathie*: < 7,0 % (< 53 mmol/mol)

bei älteren Patienten: < 8,0 % (< 64 mmol/mol)
* wenn keine klinisch relevanten Schäden an den größeren Gefäßen (Makroangiopathie) oder eine Wahrnehmungsstörung aufgrund von Unterzuckerung (Hypoglykämie) vorliegen.


Jeder Diabetiker sollte einen Gesundheits-Pass führen. Dieser informiert darüber, welche Untersuchungen in welchen Abständen durchgeführt werden sollen. Neben dem Diabetes sollen auch Begleitkrankheiten wie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Übergewicht sowie psychosoziale Probleme behandelt werden.

Lebenswichtiges Insulin

Typ-1-Diabetes ist zwar bislang nicht heilbar, lässt sich aber gut mit Insulin behandeln. Typ-1-Diabetiker müssen allerdings ein Leben lang Insulin spritzen, um den Mangel auszugleichen und den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Der wichtigste Apparat des Diabetikers ist ein Blutzucker-Messgerät.
Bei Typ-1-Diabetes sind vor allem zwei Arten der Insulin-Behandlung gängig:Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) Insulinpumpen-Therapie (CSII)Welche Art der Insulin-Behandlung infrage kommt, müssen Arzt und Patient im Einzelfall gemeinsam entscheiden. Typ-1-Diabetiker sollten sich in jedem Fall gut über die Krankheit informieren und möglichst an einer Diabetiker-Schulung teilnehmen. Dort lernen sie den Alltag mit der Krankheit in Einklang zu bringen und bekommen Tipps für Ernährung oder sportliche Aktivitäten.

Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)

Die ICT imitiert die Insulinausschüttung von Gesunden und funktioniert nach dem sogenannten Basis-Bolus-Konzept. Man teilt die Insulingaben in den Grundbedarf (Basis) und zusätzliches Insulin für die Mahlzeiten (Bolus) ein. Um den Grundbedarf an Insulin zu decken, spritzen sich Diabetiker mindestens zweimal täglich ein mittellang wirksames Insulin. Bei regelmäßigem Tagesablauf genügt in einigen Fällen auch die einzige Gabe eines Langzeitinsulins. Etwa 40 bis 50 Prozent des gesamten Tagesbedarfs entfallen auf die basale Insulinversorgung.

Vor jeder Mahlzeit werden zudem der aktuelle Blutzuckerspiegel gemessen und die optimale Insulindosis aus dem Blutzuckerwert, der gewünschten Nahrungsmenge und der geplanten körperlicher Aktivität errechnet. Die benötigte Insulinmenge wird als kurz wirksames Insulin gespritzt. Voraussetzung für diese Therapie ist eine intensive Schulung, in der man beispielsweise lernt, den Kohlenhydratgehalt beziehungsweise die Broteinheiten von Lebensmitteln abzuschätzen.

Faustregel:
1 Einheit Normalinsulin bzw. schnell wirksames Analoginsulin senkt den Blutzucker um 40 mg/dl (2,2 mmol/l). 10 g Kohlenhydrate lassen den Blutzucker um 40 mg/dl (2,2 mmol/l) ansteigen.Diese Faustregel muss allerdings individuell angepasst werden, da die Insulin-Empfindlichkeit von Diabetikern unterschiedlich ist und von Faktoren wie Fieber, körperlicher Belastung oder Flüssigkeitsverlust beeinflusst wird.

Insulinpumpen-Therapie (CSII)

Auch bei der CSII gilt das Basis-Bolus-Konzept. Eine Pumpe sorgt dafür, dass kurz wirksames Insulin kontinuierlich über eine Nadel und einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ins Fettgewebe unter die Haut gelangt. Die Pumpe hat etwa die Größe einer Zigarettenschachtel und wiegt rund 100 Gramm. Die Mengen an Insulin werden einprogrammiert, die zur Deckung des Grundbedarfs erforderlich sind (Basis).

Der Diabetiker misst vor jeder Mahlzeit seinen aktuellen Blutzuckerspiegel und errechnet die optimale Insulindosis aus dem Blutzuckerwert, der gewünschten Nahrungsmenge und der geplanten körperlichen Aktivität. Per Knopfdruck wird die extra Dosis Insulin freigesetzt (Bolus). Auch bei der CSII kommen Diabetiker nicht um eine intensive Diabetes-Schulung herum.

Zellen transplantieren

Im experimentellen Stadium befindet sich die Inselzell-Transplantation, also die Übertragung der Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Nach gelungener Operation müssen die Diabetiker kein oder nur sehr wenig Insulin spritzen.

Wie nach jeder Transplantation sind aber bestimmte Medikamente notwendig, die das Immunsystem schwächen. Der Körper würde die transplantierten Zellen sonst zerstören. Deshalb wird der Eingriff nur bei sehr wenigen Patienten durchgeführt.

Begleiterkrankungen von Diabetes Typ 1 behandeln

Wichtig ist außerdem, mögliche Begleiterkrankungen zu behandeln, um Diabetes-Folgeerkrankungen zu verhindern. So sollten der Blutdruck und die Cholesterin-Werte regelmäßig kontrolliert und erhöhte Werte behandelt werden. Außerdem sollten Typ-1-Diabetiker nicht rauchen.

Diabetes mellitus Typ 1 - Vorbeugen

Im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 2 ist es nicht möglich, einem Typ-1-Diabetes vorzubeugen.

Allerdings kann man vorhersagen, ob jemand an Diabetes mellitus Typ 1 erkranken wird oder nicht. Die Bestimmung der Konzentration von Antikörpern gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (Inselzellen) im Blut bringt dies ans Licht.

Außerdem zeigt ein Test (intravenöser Glukosetoleranztest), wie viel Insulin die Bauchspeicheldrüse noch produziert. Hier wird eine definierte Menge Zuckerlösung in die Vene injiziert und anschließend der Blutzucker gemessen. In der letzten Phase vor dem Auftreten des Typ-1-Diabetes sind die Blutzuckerwerte nach der Zuckerbelastung erhöht, auch wenn sich sonst keine erhöhten Blutzucker-Werte nachweisen lassen.

Diabetes mellitus Typ 1 - Prognose



Entscheidend: Optimaler Blutzucker

Ein optimal eingestellter Blutzucker bei Diabetes Typ 1 kann das Auftreten beziehungsweise Fortschreiten von diabetischen Folgeerkrankungen deutlich vermindern - das belegen viele Studien. Zu solchen Folgekrankheiten zählen die diabetische Augenkrankheit (Retinopathie) und die diabetische Nervenschädigung (Polyneuropathie).

Nicht alle Typ-1-Diabetiker entwickeln Folgeerkrankungen, aber bei schlecht eingestellten Blutzuckerwerten treten sie durchschnittlich häufiger und früher auf. Zwischen 20 bis 40 Prozent aller Diabetiker leiden an der diabetischen Nierenschädigung (Nephropathie). In Europa ist sie mittlerweile die häufigste Ursache für chronisches Nierenversagen.

Die Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus Typ 1 entwickeln sich im Schnitt innerhalb von zehn Jahren nach Beginn der Krankheit. Dies hängt allerdings stark davon ab, wie gut der Diabetes eingestellt ist und welche individuelle Veranlagung der Patient hat. Weitere Diabetes-Komplikationen sind Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und daraus folgend Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Je besser die Diabetes-Therapie ist, desto seltener treten plötzliche Entgleisungen des Stoffwechsels auf. Akute Komplikationen des Typ-1-Diabetes sind Ketoazidose und Hypoglykämie.

Diabetes mellitus Typ 1 - Tipps



Was Sie selbst tun können

Insulin ist derzeit das einzige Medikament für Typ-1-Diabetiker. Lernen Sie den richtigen Umgang mit dem Insulin und der Diabetes-Erkrankung! Eine optimale Einstellung des Blutzuckers heißt, die richtige Insulindosis zur richtigen Zeit zu wählen.

Für den Alltag mit Diabetes gibt es einige Tipps:

Akzeptieren Sie Ihren Typ-1-Diabetes. Lernen Sie, die Symptome für zu hohen oder zu niedrigen Blutzucker richtig zu deuten.

Nutzen Sie die Diabetiker-Beratung bei Ihrem Arzt oder einer Diabetes-Ambulanz. Sie werden dort intensiv auf eine selbstständige Blutzucker-Messung und den Umgang mit Insulin vorbereitet.

Lernen Sie, sich das Insulin selbst unter die Haut zu injizieren. Für die Zukunft ist das lebensnotwendig.

Stecken Sie sich immer Traubenzucker in die Tasche. Damit lässt sich eine Unterzuckerung durch eine zu hohe Insulindosis verhindern.

Vereinbaren Sie mit Ihrem Arzt regelmäßige Kontrolltermine. Hier kontrolliert er Blutzuckerspiegel, Nieren- und Blutfettwerte, Blutdruck, Urin und Ihre Füße. Falls Komplikationen oder Diabetes-Spätschäden auftreten, veranlasst der Arzt zusätzliche Untersuchungen oder überweist Sie zu einem entsprechenden Spezialisten.

Gehen Sie regelmäßig mindestens einmal im Jahr zum Augenarzt, denn die Zuckerkrankheit kann auch die Augen schädigen.

Wenn Sie erkranken, beispielsweise an einer Grippe, kann es zu Komplikationen kommen. Suchen Sie in diesem Fall rechtzeitig Ihren Arzt auf.

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