Gedanken für meine Prinzessin
Taufe 04.12.2005
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Wie können Eltern die Konzentrationsfähigkeit ihre
Wie können Eltern ihren Kindern beim Spracherwerb
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Vertrautheit fördert und erleichtert den sozialen
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Nachdenkliches
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Abends ein altes Märchen vorlesen - warum nicht:
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Bommel Brummbär und sein Freund Ferdy
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Frosch Frederiks Geburtstag!
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Die Morgensonne streichelte die Blume wach. Bellinchen Bim, das Glockenblumenkind, schlief auf weichem Moos. Daneben lag Sumsi Brumm, der Maikäfer. Am Häuschen des Heuhüpfers Kasimir Schreck waren noch alle Läden geschlossen. Gestern abend war am Froschteich ein großes Fest gefeiert worden. Prinz Löwenzahn, Herrscher vom Mageritengrund, hatte sich mit dem Glockenblumenkind verlobt. In acht Tagen sollte nun die Hochzeit sein.
Auch andere Gäste waren auf dem Fest gewesen: Frau Spitzignas, die Waldmaus, mit ihren Kindern Piepsi, Nagezahn, und Braunpelzchen,ihr Mann Friedolin, Sumsi Brumm und Kasimir Schreck. Da war es natürlich gestern recht spät geworden. Die Bienen summten aber schon in Wiese und suchten nach Blütenstaub. Sticheline, eine von ihnen, sah Sumsi Brumm im Gras liegen. Sie zupfte ihn am Brustpelzchen.
"He, wer zwickt mich da?", brummte Sumsi. Jetzt wurde Sumsi Brumm vollends wach. Als er sah, dass er nicht auf seinem Baum geschlafen hatte, dachte er angestrengt nach, wie er wohl hierher gekommen sein könnte. Aber es fiel ihm nicht ein. Bellinchen war inzwischen auch aufgewacht und lachte, als es den Maikäfer mit gerunzelter Stirn im Gras sitzen sah. " Ich muss weiter", sagte Sticheline. Da rief Sumsi Brumm: Ich fliege mit dir." Er breitete seine Flügel aus, torkelte aber nur so in der Luft herum. Warte, Sumsilein, ich führe dich", sagte Bellinchen, "ich muss zum Wurzelmann hinüber, um ihn zu meiner Hochzeit einzuladen."




Rapunzel, der Wurzelmann, stand am Gartenzaun und rauchte sein Pfeifchen. Er freute sich über den Besuch und die Einladung.
"Mein liebes Glockenblümchen", sagte er, "wenn du eine Prinzessin wirdt, musst du auch ein Brautkleid aus Seide haben."
"Oje, wo soll ich denn Seide hernehmen?", fragte Bellinchen.
"Im Kohlfeld beim Dorf wohnt eine Seidenraupe. Dort gibt es herrliche Seide", berichtete der Wurzelmann.
"Ist es weit zum Kohlfeld?", fragte das Glockenblümchen.
"Zum laufen ist es zu weit", sagte Rapunzel. "Aber Sticheline könnte rüberfliegen." "Gerne rief das Bienchen.
"Ooh! Ooh, aua", jammerte es da am Zaun. Alle drehten sich um und sahen, wie der Kasimir daherkrabbelte. Mit den beiden Vorderpfötchen hielt er seinen dick verbundenen Kopf. Hüpfen konnte er heute nicht.
Bellinchen riet ihn: " Geh zum Pillendreher, er kann so viel wie ein Doktor und allerlei Tränklein für kranke Leute."
"Da hat Bellinchen Recht", meinte Sumsi Brumm. " Er wohnt drüben am Weg, wo der Fingerhut steht. Soll ich dich begleiten?"
"Ach ja", stöhnte Ksimir. "Tut dir denn der Kopf nicht weh?"
"Nnnein", antwortete Sumsi. Er fasste den Heuschreck an einem Bein und zog ihn hinter sich her.
Bald sahen sie den Fingerhut neben dem Baum leuchten, in dem Doktor Jonathan Skarabäus, der Pillendreher, wohnte.


Auf dem Platz, wo der Doktor seine Sprechstunden hoelt, saßen schon allerhand Leude. Eon klein bisschen roch es auch nach Mist. Das kam von den großen Pillen, die Skarabäus drehte. Auf den Regalen standen Fläschen und Tiegelchen mit geheimnisvollen Salben und Tropfen. Vor der Haustüre saß Großmaul, der Frosch, hielt sich das Bäuchlein und stöhnte in einem fort.
Als er den Kasimir kommen sah, rief er: "Sieh an, auch einer, dem der gestrige Abend nicht gut bekommen ist."
"Aua!", jammerte der Schreck und setzte sich auf die Bank gegenüber.
Sumsi Brumm, der sich eigentlich ganz wohl fühlte, besah sich inzwischen die anderen Kranken.
Jetzt kam Doktor Jonathan Skarabäus, ein dicker blauer Käfer. Für jeden hatte er ein freundliches Wort, ein Pflaster oder eine Salbe. Als er vor Kasimir und Großmaul stand, fragte er: "Na, wo fehlt`s denn, ihr beiden Grünen?"
Er untersuchte zuerst den Frosch. Der schrie furchtbar, als der Doktor auf seinen Bauch drückte und ihm dann eine Salbe draufschmierte. Für zu Hause verordnete er warme Umschläge.
"Warme Umschläge!", brüllte der Frosch. "In meinem Froschteich drunten gehe ich kaputt an warmen Umschläge!" Wütend humpelte er davon.
Doktor Skarabäus lachte nur, während er dem Schreck den Verband vom Kopf nahm und ihn mit einer hellen Flüssigkeit einrieb. Als ihm der Doktor eine Pille geben wollte, sprang er auf und schimpfte: "Geh weg mit dem Zeug. Glaubsr du, dass ich deinen Mist schlucke" Nimm ihn doch selbst, alter Mistkäfer!"
Bei den Wort Mistkäfer wurde der Doktor blass, aber er sagte voll Würde: "O bitte, Herr Schreck, meine Ahnen wurden im alten Ägypten als Heilige verehrt. Ich will den Schimpf nicht gehört haben. Nehmen Sie also statt der Pillen dieses hier, das wird Ihnen helfen." Er eichte dem verdutzten Kasimir ein Schächtelchen mit weißem Pulver.
"Danke", stotterte der: " Auf Wiedersehen!"
Kopfschüttelnd sah ihm der Doktor nach.


Inzwischen war Sticheline beim Kohlfeld angekommen und ließ sich neben der grünen Raupe nieder, die auf einen Kohlkopf saß.
"Guten Tag, sind Sie vielleicht die Seidenraupe?" - " Dass ich nicht lasse!", sagte die Raupe und sah die Biene von oben bis unten an. "Ich werde, wenn ich genug Kohl gefressen habe, einst ein schöner schwarz-weißer Schmetterling, Kohlweißling genannt."
Stichline floh nun weiter und fragte einen Käfer, der gerade vorüberlief, wo denn die Seidenraupe wohne. " "Dort, liebes Bienchen, schlüpf nur in den Gang, da ist die Spinnerei." - "Danke!", sagte Stichline und schlüpfte hinein. In einer großen hellen Stube saßen viele Raupen, die arbeiteten.
Jetzt kam eine gelbe Raupe auf Sticheline zu. " Ach, liebe Frau Seidebraupe", sagte die Biene, "unser Bellinchen, das Glockenblümchen, hat am nächsten Sonntag Hochzeit mit Prinz Löwenzahn, wir möchten ein Stück der feinsten Seide für das Brautkleid kaufen." - Gerne, aber sie ist teuer", meinte die Seidenraupe. "Gewöhnlich verlange ich drei Maulbeerblätter für ein Stück Seide."
Die Raupe ging nun zum Webstuhl und zeigte der Biene den weichen glänzenden Stoff. Stichelinchen war begeistert un d bestellte zwanzig Zentimeter davon.
"Die Prinzessin kann das Kleid hier nähen lassen, wir haben einen Modesalon", sagte die Seidenraupe.
"Da wird sich unser Glockenblümchen freuen! Es kommt zum Maßnehmen und Probieren mit der Wiesenpostkutsche herüber. Auf Wiedersehen, Frau Wang-Fu." "Guten Tag, Madam, und besten Dank für den AUftrag", rief die Seidenraupe. Schnell und froh flog das Bienchen zurück, um den anderen Bericht zu erstatten.


Prinz Löwenzahn saß still in der Wiese. Seine goldene Krone begann zu welken, und da der Prinz erst am Hochzeitsmorgen die wundervolle zarte sibrig weiße Kugel als Kopfschmuck erhielt, ließ er sich jetzt nicht gerne sehen.
Um ihn herun ging es an diesen Tagen auf der Waldwiese recht geschäftig zu. Die Ameisen mit Putzeimern und Besen anmarschiert, um auszuräumen. Alles, was auf dem Boden lag an Halmen, Papierschnitzel, Steinchen und dergleichen, wurde aufgesammelt und mit einem Walnusswagen weggefahren, bis die Wege zwischen Gräsern ganz sauber waren.
In der königlichen Küche wurde gebacken und gebraten. Vor dem Herd stand Margareta Spitzignas, die Waldmaus, und bereitete die feinsten Gerichte.
Die Bienen flogen hin und her mit Körben voller Honig für den großen Hochzeitskuchen. Viele Fässer Beerenwein wurden aus den Wurzelkellern geholt und bereitgestellt.
Braunpelzchen, Frau Margaretas Töchterlein, spritzte gerade Girlanden und Blumen auf die Torten.
Emsig wurde in der Wiesenküche gekocht. Bald duftete es nach himmlischen Genüssen, die ein herrliches Hochzeitsmahl versprachen.


Bei Rapunzel, dem Wurzelmann, ging es am Abend geheimnisvoll zu. Frau Spizignas mit ihren drei Kindern, der Heuschreck, Kasimir, Sumsi Brumm, Sticheline und Florian Hirsch, der Hirschkäfer, bastelten unter Rapunzels Anleitung Geschenke für das Brautpaar.
Drei Tage vor der Hochzeit, als alle wieder um den Tisch versammelt waren, klopfte es an die Tür. Rapunzel deckte rasch ein Tuch über das Krönlein, dessen Rand mit violetten Edelsteinen in Form von Glockenblumen besetzt war. Es sollte das Hochzeitsgeschenk des Prinzen für Bellinchen werden.
Quacks, der Frosch, stand vor der Tür. Der machte große Augen, als er die fleißige Gesellschaft erblickte. Frau Margareta, die Waldmaus, nähte einen Lampenschirm aus Rosenblättern, während Kasimir Schreck Tassen und Tellerchen mit blauen Blumen bemalte. Nur Sumsi Brumm tat eiegentlich gar nichts. Rapunzel fragte den Frosch: " Und was wollt ihr unserem lieben Bellinchen schenken?"
"Deswegen bin ich hier", sagte Quacks. " Wir haben in unserem Teich eine große rosenfarbene Muschel gefunden und wollen einen Hochzeitswagen daraus machen. Aber wir haben keine Räder und kein Pferd dazu."
"Das pferd bin ich!", rief Florian Hirsch, der Hirschkäfer. " Ich habe acht Tage Ferien und ziehe meinen neuen Sonntagsrock an."
Die Räder versprach Rapunzel zu besorgen.
"Fein!", sagte Quacks. " Dann will ich gehen und es den anderen sagen. Wir haben noch viel zu tun. Einen Hochzeitsmarsch und neue Lieder müssten wir auch einüben."
"Singt nur fest!", rief der Wurzelmann.
"Gute Nacht allerseits", sagte Qucks, und vielen Dank."


Als Quacks zum Teich kam, wurde dort schon eifrig gequakt und gelacht. Vitus Krecks, einer der Frösche, stand auf einem Seerosenblatt und sang:


"Es war einmal ein Storchenmann."
"Quackerackeracks bum bum!", schrien die anderen.
"Der Frösche fing und fraß sie dann."
"Quackerackeracks bum bum!"
"Und die Moral von der Geschicht:
Trau niemals keinem Storch nicht!"
"Quackerackeracks,"Quackerackeracks,
"Quackerackeracks bum bum!"


Bei jedem "Bum, bum!2 schlug sich die ganze Gesellschaft auf die Bäuche und tobte vor Vergnügen. Tupfi Braun, ein Krötenjunge, rief: "Hört auf, da kommt Quacks!" Der fragte: "Wie weit könnt ihr den Marsch?" Die Frösche nahmen endlich ihre Instrumente und setzen sich. Erst wurde der Hochzeitsmarsch geübt. Als der Marsch einigermaßen klappte, kam der Begrüßungschor an die Reihe.
"Koack, koack, breckerekekecks!", klang es auf einmal schauerlich. Das war die Kröte Jettchen Schrumpelhaus, sie saß auf einem Stein und wollte mitsingen.
"Was tust du da?", fragte Quacks. "Ich singe ein Solo", antwortete die Kröte. Die Frösche probten noch lange am Teich. Erst um die dritte Morgenstunde schlüpften sie in ihre Algenbetten.
Zu Bellinchen war am nächsten ein Schmetterling gekommen, um Maß zu nehmen. Nun konnte unser liebes Glockenblümchen es kaum mehr erwarten, bis es endlich das Hochzeitskleid probieren durfte. Zwei Tage vor dem Fest war es so weit. Bellinchen dreht sich entzückt vor dem großen Spiegel. Bellinchen versprach, die Maulbeerblätter als Bezahlung gleich zu Frau Wang-Fu zu schicken. "Ho hupp! Hooo hupp!", ertönte es am Froschteich. Die Frösche zogen die Muschel, die las Hochzeitskutsche dienen sollte, aus dem Wasser.
Am Hochzeitsmorgen erwachte der Prinz, stand auf und lief schnell zum Wasser. Da erblickte er in den Wellen eine Kugel auf seinem Kopf aus tausenden von eiß und silbrig schickernden Sternchen.



Dann lief Prinz Löwenzahn zur Wiese zurück. Er prüfte gerade noch einmal die schöne gedeckte Tafel. Dann ging er mit Sticheline zur Kutsche.
Die Frösche hatten sich davor gestellt und spielten ihren Marsch.
Bellinchen wartete schon ungeduldig. Neben ihm hockte Kasimir. Käfer und Schmetterlinge bewunderten das herrliche Hochzeitskleid. Jetzt kam Sticheline angebraust und rief: "Bellinchen, schnell, der Bräutigam kommt!" Rasch rutschte es von seinem Stängel herunter und lief zum Weg.
In diese´m Augenblick tauchte die Muschelkutsche auf. Prinz Löwenzahn stieg aus und schloss sein Bellinchen in die Arme. Dann setzte er ihm die goldene Krone mit den violetten Edelsteinen aufs Haupt. Als sie zum Margeritengrund hinüberfahren wollten, kamen zwei Hornissen angeflogen.
"Wir haben verschlafen", sagte die eine, " aber wir können nichts dafür!"
"Natürlich nicht", lachte der Prinz, "schnell auf euere Plätze!"
Die Hornissen stellen sich hinter den Sitz. Sie waren nämlich die Lakaien des Prinzen.
Im Mageritengrund wartete die ganze Gesellschaft auf das liebliche Paar.
Unter Sumsi Brumms Baum war eine Kanzel aufgestellt.
Pastor Maulwurf wartete mit dem Buch in der Hand, um eine Ansprache zu halten. Alle Glockenblumen läuteten, als das Brautpaar einzog.
Der Pastor traute die beidenund steckte ihnen einen Ring aus Sonnenstrahlen an den Finger.
Danach kamen die Gratulanten. Voraus rannte Sticheline mit einem Glas Honig, hinter ihr marschierten die Frösche und machten Musik.
Und dann kamen alle Freunde des Brautpaares, um ihre Geschenke abzugeben. Rapunzel trug auf einem Kissen zierlich selbst gestrickte Pantoffeln, Ksimir überreichte stolz das selbst bemalte Kaffeeservice und die Mäusefamilie Spitzignas schleppte ihre Stehlampe an.
Überglücklich bedankten sich der Prinz und seine junge Frau.
Dann ging es zum Essen. Jeder Gast bekam sein Lieblingsgericht.
Mücken und Bienen bedienten sich.


Als die Sonne hoch am Himmel stand, brachen Prinz Löwenzahn und Bellinchen zu ihrer Hochzeitsreise auf. Die Frösche hopsten noch ein Stück mit und bliesen lustige Lieder. Sumsi Brumm auf dem Kutschersitz kam sich furchtbar wichtig vor.
Der Wagen kam am Zaun vorüber, der die Wiese gegen den großen Wald abgrenzte. Da stand eine lustige Gesellschaft, die dem jungen Paar noch einmal zuwinken wollte, und L`Kasimir Schreck rief:

"Viel Glück auf der Reise!"


Bald war der Wald erreicht. Ein wundervoll würziger Durft umfing die Reisenden. Dichte Brombeerstauden wucherten am Weg und Florian Hirsch musste sehr aufpassen, dass er nicht über die dicken Wurzeln der großen Bäume stolperte.


Nach zwei Stunden kam, o Schreck, eine riesengroße Spinne direkt auf den Hochzeitswagen zugelaufen. Sumsi und die beiden Hornissen machten sich sofort aus dem Staube und setzten sich auf einen Strauch.
Während Prinz Löwenzahn sein Bellinchen ganz fest hielt, ging der Flotian in Kampfstellung. Aber die Spinne hob ihre behaarten Beine und kroch den Florian von der Seite an. Dieser war starr vor Schrecken und Todesangst.
Da tauchte ein riesengroßes Maul hinter der Spinne auf und machte schnapp!
"Mahlzeit!", sagte das Maul. Es gehörte dem Feuersalamander, der unter einem Stein bei der Quelle wohnte.
"Lieber Salamander, wie sind wir dir dankbar", sagte Prinz Löwenzahn.
"Keine Ursache", meinte der Salamander. "Es hat mir geschmeckt!"
"Salamander, könntest du uns nicht ein Stück begleiten?", bat Bellinchen. !Wir sind auf Hochzeitsreise und suchen eine Unterkunft für die Nacht."
"Da kann ich euch helfen! Eine halbe Stunde von hier steht das Hotel Waldesruh, dort könnt ihr schöne Zimmer haben. Aber kommt erst zu meiner Quelle."
Als sich alle an der Quelle erfrischt hatten, dankten sie dem Feuersalamander nochmals herzlich. Dann fuhren sie weiter. Es dunkelte bereits.
"Seht mal, dort brennt Licht, dass muss das Hotel sein", sagte Sumsi.
Es war kein Hotel, sondern ein kleines weißes Ding, mit einem hell leuchtenden Stern auf dem Kopf. Das hockte auf einer Baumwurzel und weinte.
"Stern", sagte Bellinchen und stieg aus der Kutsche. "Wo kommst du her?" "Vom großen Wagen", antwortete der kleine Stern, "ich bin das Reiterlein und sitze auf der Deichsel vom Himmelswagen. Aber ich bin heruntergefallen und das tut weh."
"Nicht weinen, wir nehmen dich mit ins Hotel und morgen früh wollen wir die Lerche bitten, dass sie dich heimfliegt", sagte Bellinchen.
Das Sternlein war zufrieden und stieg ein.


Als es schon ganz dunkel war, hielt die Kutsche vor dem Hotel Waldesruh. Das war ein schönes, behäbiges Pilzhaus. Der Wirt kam und begrüßte die Gäste. Er hatte noch sehr schöne Zimmer frei, nur Sumsi Brumm musste im Dachkämmerlein schlafen. Spätabends saßen ein paar Stammgäste um den Ecktisch und unterhielten sich. Nach etwa zwei Stunden wurde ein Leuchtkäferchen, das zu viel getrunken hatte, vom Waldesruh- Wirt hinausbefördert.
Es torkelte draußen herum und versuchte zu fliegen. Als es gerade übers Dach kam, wurde ihm schwindelig. Es stieß an Sumsi Brumms Kammerfenster und ließ sein Laternchen fallen. Sogleich fingen die vielen verdorrten Tannennadeln auf dem Dach zu brennen an. Das Leuchtkäferchensah, was es angerichtet hatte, und verschwand um den nächsten Baum. Sumsi Brumm wurde von dem hellen Schein wach. Er lief ans Fenster und guckte hinaus. "Hiiilfe! Hiilfe, ich bin tot!" schrie er aus Leibeskräften.
Das Reiterlein kam ans Fenster. Der Wirt eilte hinaus. Er deutete in die Höhe und rief: "Dort ist der Taugenichts, der mir mein Hotel anzündet!" Wirklich flog gerade das Leuchtkäferchen vorbei. Es war mit seinem Schwipslein im Kreis um den dicken Baum herumgeflogen.
"Wo ist die Feuerwehr?", riefen die Gäste. Aber in der ganzen Umgebung gab es keine Feuerwehr.
"Regentröpfen", rief da das Reiterlein, "schnell, kommt herbei, ich verbrenne sonst."
Schon begann es zu regnen. Die TRopfen löschten die Flammen.
"Ich lebe!", brüllte Sumsi Brumm, breitete die Flügel aus und flog hinunter, was er auch schon früher hätte tun können.


Am nächsten Morgen saßen alle vor dem Hause um den Frühstücktisch. Die Lerche hatte Sumsi Brumm schon in aller Frühe vom Feld herübergeholt. Sie war sogleich bereit, das Reiterlein heimzufliegen. Dann brach man auf. Der Wald wurde immer dichter.
"Ich fürcht, wir sind auf dem falschen Weg", sagte der Prinz. Die Hornissen nichten. Doch Florian rief: " Seid einmal still, ich höre etwas."
Alle lauschten. Da konnte man ganz entfernt eine krächzende Stimme vernehmen.
Sie sang:

"Koche, koche, Töpfchen,
brodle, brodle, Tröpfchen,
werde gar, mein Süppchen,
für die lieben Püppchen."

"Lakaien!", rief der Prinz Löwenzahn, "seht einmal nach, was es ist." Die beiden Hornissen brausten ab.
Nach einer Weile kamen sie zurück und wollten sich suschütten vor Lachen. "Drüben auf der Lichtung steht ein eisernes Öfchen", berichtet die eine. "Ein komischer Kerl in einem kurzen Rock und einer Kapuze hüpft drum herum und singt", sagt die andere. " Dabei rührt er in einem Topf, der auf dem Öfchen steht und dampft."
"Lasst uns hinüberfahren", befahl der Prinz, "vielleicht kann es uns den Weg zum Plätscher bach zeigen."
Als sie zur Lichtung kamen, hob das Männchen den Kopf und hörte zu singen auf. "Wer fährt da in meinem Wald sparzieren?", krächzte er. "Wir!", rief Sumsi, flog zum Öfchen und fragte:" Was kochst du da?"
"Nasweis, geht`s dich was an?", fragte das Männchen, aber es grinste dabei.
Dann ging es zur Muschelkutsche und fragte: "Wer seid ihr?"
"Ich bin Prinz Löwenzahn vom Mageritengrund und das ist Bellinchen, meine Frau." Der Gnom half dem Hochzeitspaar aussteigen. Auf dem Platz um den Suppentopf saßen allerlei Tiere, die er den Ankömmlingen vorstellte.


"So", sprach sprach das Männchen, " ich bin Hutzli Putzli, der Waldschratt."
"Hutzli Putzli", sagte der Prinz, "wir sind auf der Hochzeitsreis und wollen zum Plätscherbach, kannst du uns den Weg zeigen?"
"Ich kann alles!", sagte das Männlein. "Womit wollt ihr auf dem Plätscherbach fahren?", fragte der Kuckuck, "es geht kein Schiff."
"Lass das meine Sorge sein", rief Hutzli Putzli, " erst müssen unsere Gäste von meiner Suppe essen. "Dann ging er zum Ofen, rührte in dem Topf herum und sang:

"Koche, koche, Töpfchen,
brodle, brodle, Tröpfchen,
koche schnell und werde gar
für das liebe Prinzenpaar."

Als das Süppchen fertig war, durfte jeder essen, so viel er wollte. Schließlich machten sich alle auf den Weg zum Plätscherbach. Dort angekommen, klatschte der Waldschratt in die Hände unr rief:

"Enten, Hutzli Putzli ruft,
kommt herunter aus der Luft!"

Da rauschte es über ihnen und drei große schöne Wildenten kamen herab.
"Euere Schiffe sind da!", sagte das Männlein. Der Waldschratt half Bellinchen auf den Rücken der schönsten Ente. Alle stiegen auf. Hutzli Putzli stand am Ufer und winkte.
Als es dunkel wurde, tauchte am linken Ufer ein Apfelbaum auf. Der Apfelbaum war ein Gasthaus für Wald- und Wiesenbewohner, und die Wirtin, eine dicke Hamsterfrau, deckte gerade den Tisch. "Kommt, lasst uns essen!", sagte Sumsi Brumm. Die Wirtin freute sich über die feine Reisegesellschaft und brachte das beste aus Küche und Keller. Das Prinzenpaar wurde gefeiert und eine Grillenkapelle spielte zum Tanz auf.



Als die Sterne am Himmel aufingen, rief Bellinchen: "Seht dort, das Reiterlein!" Alle schauten nach oben und richtig, da saß der kleine Stern mitten auf der Deichsel des großen Himmelswagens. "Reiterlein! Reiterlein!!!", riefen alle zusammen ganz laut und winkten. Da sahen sie, wie das Sternlein ihnen freundlich zublinzelte.


So lebten alle glücklich und zufrieden!!!!




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